Senioren-Prunksitzung war Casting-Show für „Franken Helau“ (SC-Tagblatt, 13.01.15)

Schaulaufen der fränkischen Unterhaltungskünstler

Kinderprinzenpaar im Amt

SCHWABACH - Es war keine gewöhnliche Senioren-Prunksitzung mit der Krönung des Schwabanesen-Kinderprinzenpaares Nina I. und David I. Es war gleichzeitig ein Schaulaufen fränkischer Unterhaltungskünstler, es war die Casting-Show für die BR-Fernsehsitzung „Franken Helau — Goldstücke aus Schwabach“.

Das Kinderprinzenpaar Nina I. und David I.: Die beiden Zehnjährigen „pfuschen“ bis Aschermittwoch OB Thürauf (links) in die Geschäfte.

Das Kinderprinzenpaar Nina I. und David I.: Die beiden Zehnjährigen „pfuschen“ bis Aschermittwoch OB Thürauf (links) in die Geschäfte.

Einige der Auftritte, die am 16. und 17. Januar im Markgrafensaal aufgezeichnet werden, werden bei „Franken Helau“ drei Mal gesendet, erstmals am 23. Januar, 20.15 Uhr.

Kinderprinzenpaar im Mittelpunkt

„Das ist die Krönung meiner Tätigkeit und gleichzeitig das Abschiedsgeschenk“, sinnierte der Schwabacher Peter Neubauer, Bezirkspräsident im Fastnachts-Verband-Franken, der nach elf Jahren aufhört. Er selbst war am Sonntag beim über vierstündigen Spektakel aus Unterhaltung, Tanz und Akrobatik eher im Hintergrund. Die Stars waren vielmehr die kleine Prinzessin Nina I. mit ihrem Prinzen David, beide zehn Jahre alt.

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Nina hatte das schönste Lächeln im Saal, vor ihr fiel sogar Oberbürgermeister Matthias Thürauf auf die Knie, als sie dem Stadtoberhaupt den Kinderorden überreichte.

Sie liebt Spagetti und Hackbällchen in Senfsoße, David I. mag lieber Pizza. Sie will später einmal Tierärztin werden, der Kinderprinz lieber „Profi-Fußballer wie Manuel Neuer“. Die Wege sind also vorgegeben, jetzt heißt es für beide, gemeinsam mit ihrem Mini-Hofstaat die fünfte Jahreszeit zu überstehen.

Ordensverleihungen gab es bei der Seniorenprunksitzung ohne Ende (die ältesten Besucher im Saal, 95 Jahre alt, wurden ebenfalls gekürt), Küsschen und Umarmungen - das Kinderprinzenpaar hielt tapfer durch.

Weil die Verantwortlichen des Bayerischen Fernsehens die Künstler sichten wollten, verteilte sich der bunte Strauß an Darbietungen auf rund 250 Minuten, danach steckten die TV-Macher die Köpfe zusammen, um zu entscheiden, wer für die TV-Helau-Sendung in Frage kommt.

Zu sehen bei „Franken Helau“

Das Ergebnis: Auftritte werden haben Comedian Klaus Karl-Kraus, die Prinzengarde der Schwabanesen, Musikchaot Atze Bauer, die Showtanz-Junioren der Schwabanesen, Büttenrednerin Sandra Loy (ehem. Neubauer) als Vereinsmeierwitwe, das Tanzpaar Andi Braun und Linda Flock, Büttenrednerin Ramona Rupprecht, die Allersberger Flecklashexen, die Schwabacher Ratschkattln, ein Tanzmariechen-Medley mit der Deutschen Meisterin Liana Wolf (DJK Schwabach), Sven Bach und die Wendengugge aus Wendelstein. Viel Lokalkolorit also.

„Wir freuen uns, dass wir dabei sein dürfen“, strahlten die Tratsch-Weiber um Rosy Stengel, die mit ihrem Beitrag über Bekanntschaften in Zeitungsannoncen (Schwabacher Tagblatt) die Lacher auf ihrer Seite hatten. Ebenso wie Mundart-Akrobat Sven Bach, wie Musikchaot Atze Bauer und viele andere. Gewohnt spektakulär waren die Einlagen der Allersberger Flecklashexen. Imposant das Finale mit der Wendengugge, die seit 22 Jahren phonmäßig kräftig für Unterhaltung sorgt.

Fast hätte es geklappt, eine (Fachings-)Veranstaltung ohne Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ durchzustehen. Fast. Kurz vor Ende kam dann doch die Blechversion der Wendengugge zum Vorschein.

Den kurzweiligen Nachmittag bereicherten die „Bambini-Sternchen“ der Schwabanesen, die Jugendgarde, die Juniorengarde und die Prinzengarde. Das Männerballett der Schwabanesen demonstrierte, was passieren kann, wenn man nicht mit Geld umgehen kann. Die Jongleure Ebel und Mai, „Wetten dass...“-erprobt, legten einen Striptease aufs Parkett und warfen sich währenddessen Keulen zu. Für die passenden Zwischentöne sorgte Schwabanesen-Präsidentin Sabine Knörl als Moderatorin.

www.schwabanesen.de

MATTHIAS HERTLEIN

15. Januar 2015