Auf dem Podest wird Fränkisch geredet (SC-Tagblatt, 17.03.15)

44. Deutsche Meisterschaft in Köln ganz im Zeichen von Liana Wolf und Co. — Trainer „richtig stolz“

Zum fünften Mal in Folge wurde Tanzmariechen Liana Wolf Deutsche Meisterin
Zum fünften Mal in Folge wurde Tanzmariechen Liana Wolf Deutsche Meisterin. Foto:privat

Im Karnevalistischen Tanzsport wird auf dem Siegerpodest mittlerweile fleißig Fränkisch gesprochen. Bei der 44. Deutschen Meisterschaft in der Kölner Lanxess-Arena wurde am vergangenen Wochenende dieser Trend nicht nur bestätigt, er wurde bekräftigt.

Von insgesamt 13 Disziplinen in den Altersklassen Ü15, Junioren und Jugend standen in nicht weniger als acht fränkische Sieger ganz oben auf dem Podest. Mittelfranken allein brachte es auf sechs erste Plätze und bestätigte wieder einmal den Ruf als Hochburg des Karnevalistischen Tanzsports.

SCHWABACH/KÖLN — Die KK Buchnesia aus Nürnberg zählte mit insgesamt drei Titeln zu den herausragenden Vereinen bei den 44. Deutschen Meisterschaften in Köln. Aber auch die DJK Schwabach leistete zu der überragenden mittelfränkischen Erfolgsbilanz ihren Beitrag und stellte mit Tanzmariechen Liana Wolf nicht nur eine überlegene Siegerin in der Juniorenklasse der Tanzmariechen, sondern in der Altersklasse der Jugend mit der zweitplatzierten Theresa Herrmann eine weitere Medaillenträgerin, was Cheftrainer Florian Zink „richtig stolz macht!“ Dabei war ein derartiger Erfolg vor ein paar Wochen noch gar nicht abzusehen, denn sowohl Liana Wolf als auch Theresa Herrmann konnten sich nicht so gezielt für die „Deutsche“ vorbereiten, wie es hätte sein müssen. Bei der bis dato vierfachen Deutschen Titelträgerin Liana Wolf machte sich bei einem Turnier in Bad Windsheim zum ersten Mal der Ischiasnerv bemerkbar. Derartige Alarmsignale des Körpers dürfe man nicht überhören, ließ Florian Zink wissen. Nach Absprache mit dem Physiotherapeuten wurde das Training sofort umgestellt.

481 Punkte (von 500)

Auch im Wettkampf hieß es seit­dem: Gesundheit geht vor. Die Kür wurde umgebaut, schwierige Elemente, soweit möglich, herausgenommen. Obwohl Liana Wolf in Köln nicht alle Höchstschwierig­keiten zeigen musste, blieb sie eine Klasse für sich. 481 (von 500 möglichen) Punkten kamen zusammen. Ihre Konkurrenz hielt sie auf Abstand. 472 beziehungsweise 471 Punkte erreichten die Mädchen auf den Plätzen zwei und drei.

Rang vier — das hatte sich Florian Zink für Ariola Berisa ausgerechnet. Als Dritte der Süddeutschen Meisterschaft in Bayreuth hatte sich das Junioren-Tanzmariechen der DJK Schwabach zum ersten Mal für Deutsche Titelkämpfe qualifiziert. Dass auch in dieser Sportart viel von der Tagesform abhängt und das Nervenkostüm halten muss, davon weiß die 15-Jährige nun durchaus zu berichten. Wie in Bayreuth kam sie bei der DM auf 447 Zähler. Doch diese reichten diesmal „nur“ zu Platz sieben. Eine etwas ungünstige Startnummer und die Tatsache, dass die Konkurrentinnen mit den ungewohnten Bedingungen in einer gut gefüllten Lanxess-Arena besser zurecht kamen, schlugen sich im Ergebnis nieder. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau: Ein siebter Platz von über 300 Tanzmariechen in Deutschland ist allemal ein Topergebnis.

Drei Wochen vor der Süddeutschen Meisterschaft schienen die Titelchancen für das Jugend-Tanzmariechen Theresa Herrmann bereits gegen Null gesunken zu sein. Nicht aber das Fieber, denn ein hartnäckiger Infekt machte eine gezielte Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt schier unmöglich. „Der Infekt hat Kraft gekostet“, blickte ihr Trainer zurück. Doch irgendwie hat es Theresa Herrmann dann doch geschafft, wieder in Form zu kommen. Und wie. Als Süddeutsche Meisterin sicherte sie sich das Ticket nach Köln. Zum zweiten Mal konnte sie sich für eine Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Nach Platz zehn im Vorjahr gelang ihr nun beinahe der ganz große Wurf: Theresa Herrmann gewann Silber mit 453 Punkten — so viele wie noch nie. Für ein Mädchen, das diesen Sport erst seit zwei Jahren ausübt, eine famose Leistung. ROLAND JAINTA

Wer so toll tanzen möchte, wie Liana Wolf, Theresa Herrmann oder Ariola Berisa, der kann sein Talent bei den Schnupperkursen der DJK Schwabach austesten. Angesprochen werden Mädchen und Jungs ab dem dritten Lebensjahr. Bevorzugt Jahrgang 2010. Weitere Informationen sowie die Trainingszeiten finden Sie auf der Homepage im Internet unter http://www.djk-schwabach.de/tanzsport/

17. März 2015